Ursprünglich wurde die plan-d akademie gmbH mit dem Aufbau eines professionellen Citymanagements beauftragt, aus dem später die Marke plan-d Consulting hervorging. Seit 2026 verantwortet der Innovationshafen das Citymanagement und führt den Ansatz weiter – auf Basis der aufgebauten Strukturen, erprobten Formate und gewachsenen Netzwerke. So wurde aus einem Projekt ein verstetigter Prozess, der heute die gesamte Stadtentwicklung prägt.
Zu Beginn zeigte sich ein Bild, das viele Kommunen kennen: Veränderungen im Konsumverhalten, drohender Leerstand, der Wunsch nach mehr Aufenthaltsqualität und der Bedarf, die Stadtteile stärker mitzudenken. Gleichzeitig gab es eine engagierte Stadtgesellschaft, einen verstaubten Marketing- und Gewerbeverein und den politischen Willen, Citymanagement als strategische Aufgabe zu verankern. Das Zielbild war eine lebendige Innenstadt und Stadtteile, die von vielen getragen werden – mit klaren Strukturen und professioneller Koordination.
Im ersten Schritt wurden Ausgangslage und Bedürfnisse systematisch erhoben – durch Gespräche mit Verwaltung, Gewerbe, Vereinen und Bürger:innen sowie durch eine Passantenbefragung zur Aufenthaltsqualität. Diese Kombination aus Daten und Dialog bildete die Grundlage, um Schwerpunkte zu definieren: Stadtbelebung, Bürgerbeteiligung, Leerstandsmanagement, Kommunikation und die Rolle öffentlicher Räume.
Darauf aufbauend wurden Beteiligungs- und Netzwerkformate entwickelt. Zentral ist das Netzwerk der „Stadtoptimisten“, das engagierte Menschen aus Wirtschaft, Kultur und Bürgerschaft zusammenbringt und ihnen verschiedene Rollen im Stadtgeschehen eröffnet – von Ideengebung bis zur aktiven Mitorganisation. Ergänzt wurde dies durch digitale Kanäle wie Social Media und einen städtischen Messaging-Kanal, über die Information, Feedback und Aktivierung niedrigschwellig möglich werden.
Aus dieser Struktur heraus entstanden Formate, die Stadtbelebung ganzjährig sichtbar machen. Dazu gehören saisonale Highlights wie eine Schlittschuhbahn mit Rahmenprogramm, Sommerformate wie der „StadtÄppler“ in Innenstadt und Stadtteilen sowie Sport-Events wie EM-Public Viewing und der Kinder-Olympiade. Sie schaffen nicht nur Frequenz, sondern vor allem Orte der Begegnung, an denen Stadtgesellschaft im Alltag zusammenkommt.
Parallel wurden nachhaltige Bausteine etabliert, insbesondere der Stadtladen „LOKAL“ als kuratierter Raum für Zwischennutzungen, lokale Produkte, Gründungsinitiativen und Vereinsaktivitäten. Leerstand wird so nicht verwaltet, sondern aktiv bespielt – als Experimentierfläche, als Schaufenster für Neues und als sichtbares Zeichen einer aktiven Innenstadtentwicklung.
Begleitet wird alles durch eine eigenständige Kommunikationsstrategie mit starker Bild- und Bewegtbildsprache, die Stadtentwicklung sichtbar, verständlich und anschlussfähig macht. Engagement wird gewürdigt, Prozesse werden transparent erklärt, und die Menschen sehen ihre eigene Rolle in der Entwicklung der Stadt.
Der Fall Bruchköbel zeigt, wie Citymanagement von der Einzelmaßnahme zur dauerhaften Struktur werden kann. Heute gibt es verlässliche Ansprechpersonen, eingeübte Kooperationswege und Formate, die von vielen Akteur:innen getragen werden – in Innenstadt wie Stadtteilen. Stadtbelebung ist damit kein Nebenthema mehr, sondern integraler Bestandteil der kommunalen Entwicklung.
Für andere Kommunen bietet dieser Ansatz ein übertragbares Modell. Citymanagement als professionelle, neutrale Instanz, die Beteiligung strukturiert, öffentliche Räume aktiv denkt und Kommunikation als Schlüssel für Identifikation und Mitgestaltung versteht. Der Innovationshafen bündelt diese Erfahrungen und macht sie für Städte nutzbar, die nicht nur Veranstaltungen, sondern verlässliche Strukturen für eine lebendige Stadtgesellschaft aufbauen wollen.